KREATIV-KÜNSTLERISCHE IDENTITÄT

Menschen drücken sich durch vielfältige Künste aus oder haben an ihnen Freude: Malen, Tanzen, Musizieren, Bildhauerei oder Arbeit mit Ton, Poesie. Auch das Erleben von Gefühlen findet innerhalb der schönen Künste statt.

Mit den 5 Säulen der Identität (Hilarion Petzold) können Aspekte in Betracht gezogen werden, die auch die kreativ-künstlerische Ausdrucksform berühren.

In der Leiblichkeit wird sichtbar, was ich von mir zeige. Bewegungsvielfalt, Körperschmuck (Tattoos und Piercings als Kunstform) oder eine Gestaltung mit wohltuenden Materialien (Ton, Sand) können schöpferisch wirken. Klänge erzeugen vielfältige Resonanzen in uns. Wir ko-respondieren auch über den Leib und grenzen uns so an die anderen an oder von ihnen ab. In sozialen Netzwerken, die auch in Kunst-Szenen stattfinden, entsteht Kommunikation, Interaktion, Spiel und Raum für Gestaltungsmöglichkeiten (Theater, Bühne). Der Bereich Arbeit, Freizeit und Leistung ist im Rahmen der kreativ-künstlerischen Identität dahin gehend schöpferisch, als man sich durch Schaffenskraft in die jeweils eigene Lebenswirklichkeit einbringen kann. Lebensräume werden gestaltet, ausgekleidet. Materielle Sicherheiten tragen dazu bei, dass ein wesentliches Fundament gelegt wird, um schöpferische Prozesse entstehen lassen zu können. Und ethische Werte oder weltanschauliche Überzeugungen finden durch ihre Vielfalt in die Kunst Eingang.

Im Rahmen der Entwicklung kreativ-künstlerischer Identitäten kann ich mir als schöpferisches Wesen zum Beispiel folgende Fragen stellen:

Wer oder was bin ich, wenn ich

  • als Musik erklinge,
  • als Text spreche,
  • als Theaterstück inszeniere,
  • in eine Form gegossen bin?

Welches Instrument möchte ich sein? Spiele ich lieber im Orchester oder solo? Welches Bild wäre ich am liebsten und wo möchte ich ausgestellt sein? Lasse ich mich überhaupt betrachten?

Mit diesen und anderen Fragen lässt sich spielen. Das Thema kreativ-künstlerische Identität ist spannend und verdient den Mut, sich ihm zuzuwenden. Und jetzt fällt der Vorhang. Das Stück ist aus. Schön, dass Sie da waren.