ÜBER MICH

1234Schon als Kind war ich viel im Wald unterwegs. Wir bauten Sandburgen, zogen von Baum zu Baum und verschwanden in Baumhütten. Als ich älter wurde, waren der Sport und die Musik tägliche Wegbegleiter. Ich durfte mehrere Instrumente lernen und mich mit andern beim Sport austoben. Da meine Mutter selber viel in der Natur unterwegs war, nahm sie mich mit. Von meinem Vater hatte ich abgeschaut, wie ich mich in einen Bücherwurm verwandeln konnte und so las ich oft stundenlang aus den Büchern „5 Freunde“ von Enid Blyton oder in anderen phantastischen Geschichten. Ich durfte ein Meerschweinchen, einen Hasen und später 2 Katzen im Haushalt führen. Als sich meine Katze das erste mal selber im Spiegel sah, fauchte sie ihr Spiegelbild an und ich musste laut lachen. In der Schule wurde es für mich dann etwas ernster. Besonders Mathe, Chemie und Physik waren in schwindelerregenden Höhen schier unerreichbar. So hieß es „pauken“, „pauken“, „pauken“ und siehe da, wer wagte, gewann. Ich konnte alles Naturwissenschaftliche positiv (4) erledigen und ein Stein fiel mir vom Herzen, als ich das Maturazeugnis in der Hand hielt. In der 7. Klasse Gymnasium (die Zeit, in der die Eltern schwierig werden) hatte ich kurze, rote Haare, und mein Stern stand ganz im Zeichen der Rebellion!

Nach der Matura feierten wir ein Freudenfest und ich zog von zuhause aus nach Innsbruck, wo ich Sportwissenschaften und Germanistik für das Lehramt zu studieren begann . Die größte Herausforderung während des Studiums war die Prüfung in Wasserspringen. Es galt einen 5 Meter-Sprung heldenhaft zu vollziehen. Ein lauter Überlebensschrei mit einen Aufplatschen im Wasser sicherte mir auch hier die Rettung auf großer See.

Während des Lehrverhaltenstrainings am pädagogischen Institut war ich sicher, beim Lehrberuf richtig zu liegen, die Arbeit machte mir Spaß. Nach dem Abschluss mit dem Magister (damals wurde auf das Gendern noch nicht so wert gelegt, heute wäre es „die Magistra“) arbeitete ich ein Jahr lang am Innsbrucker Zeitungsarchiv (IZA),  das dem Insitut für Germanistik angeschlossen ist. Dann packte mich das Reisefieber und so landete ich in Amerika für einen längeren Studienaufenthalt, bei dem ich Achtsamkeit und Atemübungen durch den Körper praktizierte.

Im Anschluss daran wollte ich meine journalistischen Fähigkeiten erproben und war ein Jahr lang bei den Medien tätig – zuerst in Tübingen beim Radio, anschließend in München beim Fernsehen. Ich nützte auch die Zeit des Reisens für meine Studien in Philosophie und besuchte Bibliotheken und traf Menschen, die mir über mein Dissertationsthema über die östlichen Weisheitslehren Auskunft gaben. Da mich die Arbeit bei den Medien nicht glücklich machten, kehrte ich zuerst nach Tirol, dann nach Vorarlberg zurück, um mich dem Unterrichten zu widmen.

Begonnen habe ich als Lehrerin mit Deutsch und Bewegung und Sport. Da ich sah, dass es mehr Wissen über soziale Kompetenzen und seelische Hintergründe bei Schüler/innen, die mit vielfältigen Problematiken konfrontiert sind, benötigte, nahm ich an der Curriculumsplanung für die Social Networker/innen teil, und wurde Vertrauenlehrerin. Diese Tätigkeit füllte mich lange sehr aus und gab mir tiefe Einblicke in Schwierigkeiten und Spannungsfelder rund um das Thema Schule/Lernen/Heranwachsen/Eltern.

Ein Lehrgang aus Ethik, der mich für den Ethikunterricht befähigte, ermöglichte mir das gesellschaftskritische Bewusstsein zu schärfen und mich tiefgründig mit sozialen, ethischen und diskursanalytischen Themen auseinander zu setzen.

Trotzdem mich meine Aufgabe sehr erfüllte, galt es weiter zu lernen. So war ich Teilnehmerin beim psychotherapeutischen Propädeutikum in Schloss Hofen, Lochau in Vorarlberg und entschied mich im Anschluss für das Fachspezifikum Integrative Therapie, das ich an der Donauuniversität in Krems absolvierte.

Parallel dazu begann ich Schlagzeugunterricht zu nehmen und meine musikalischen Interessen, die ich schon als Kind gelebt hatte, wieder zu pflegen. Heute spiele ich in einer Band und wir proben wöchentlich und experimentieren mit sphärischen Klängen. Auch das Singen in einer Chorgemeinschaft macht mir viel Spaß und Freude.

Wie konnte ich nun Therapie und Musik verbinden? Mit dem Vertiefungsstudium Musiktherapie! Wieder machte ich mich auf den Weg an das „Mutterinstitut“ der Integrativen Therapie, dem FPI, in Hückeswagen, Deutschland und begann dort eine länger Fort- und Weiterbildung, die IMT, die Integrative Musiktherapie. Mittlerweile habe ich begriffen, dass Lernen lebenslang andauert und man damit nie „fertig“ ist, sondern stets offen sein sollte für Neues. Ich betrachte mich daher als Übende (wegederpraxis: die Wege, die über oder in die Praxis führen, also zu praktizierende sind) auf dem Lebensweg. Da die Musikinstrumente in der IT als kreative Medien gelten, lässt sich die Musik wunderbar in der Arbeit als Psychotherapeutin einsetzen.

Der Berufsweg an der Schule war eine schöne Erfahrung, die nun aber hinter mir liegt, da ich mittlerweile in einer klinischen Einrichtung tätig bin und dort mit den Patient/innen tanzen, musizieren und anderweitig mich bewegend kreativ therapeutisch tätig sein darf.

Ich bin sehr froh, diesen Lebensweg gewählt zu haben. Manchmal erinnert er mich an die wilden Ausflüge in die Wälder als Kind.